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Gedicht

Dieses Gedicht ist entstanden um in tiefem Kontakt mit meiner Vaterwunde zu kommen. Zu einem Zeitpunkt als ich eigentlich dachte ich hätte die Arbeit schon getan, wurde mir klar, dass diese Arbeit niemals enden wird.

Vater nochmal

Dein Blick wie ein Dolch,
die Hände zur Faust.
Ich seh’ Angst und Wut, die dich beraubt.
Worte schießen umher – wie Kugeln aus Blei.
Sie treffen dich, treffen mich – es ist nie einer frei.

Die Anspannung steigt, Griff an den Stahl.
Der Atem steht still – ein Moment, so brutal.
Letzte Warnung gesprochen, Ziel erreicht.
Doch was bleibt, ist die Angst,
sie verlässt mich nicht leicht.

Vom Tode bedroht, doch mein Kopf bleibt nicht still.
Ich such’ einen Weg, der führt selten zum Ziel.
Und so werden sie geboren, diese Schutzstrategien.
Helfen im Jetzt – doch auf Dauer?
Ich will nur noch flieh’n.

Dämonen in mir, der Kampf fängt erst an.
Doch fighten bringt nichts – ich seh’ mir das an.
Was sie wollen, ist Liebe, doch wie soll das geh’n?
Wer liebt schon Dämonen?
Wer kann das versteh’n?

Doch ich lebe noch heute,
hab Narben – egal.
Ich lass’ den Schmerz los –
wenn auch radikal.