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Gedicht

Ein Gedicht für eine Frau, durch die ich herausgefunden habe, was ich nicht möchte. Ich danke ihr dafür.

Netzlinien

Schwarzweiß dein Bild, mein Blick gespannt,
Hyperfokus – als wär die Welt gebannt.
Ein Grübchen, eine Linie fein,
als wär dein Wesen klar und rein.

Dann standst du da, so wach, so echt,
im Tennisdress – mit Haltung, süß und stark zugleich.
Dein Schlag – ein Schnitt durch Raum und Zeit,
Ballett auf grünem Granulat bereit.

Dein Ruf, dein Nachdruck – nicht gespielt,
die Kraft, die aus dem Innern zielt.
Ich sammelte die Bälle still,
doch jeder Schritt war das, was ich will.

Ein Blick – und etwas ging in Flammen,
ganz ohne Laut, ganz ohne Namen.
Nur Feuer, Tiefe, leises Streben,
dich zu beschützen, Halt zu geben.

Ich sah dein Herz, ein leiser Riss,
der nicht gebrochen, doch verletzt wohl ist.
Ein Glanz, verborgen, stark und klar,
ein Funke da, und doch nicht ganz offenbar.

Und wär ich Wind, ich würd dich wiegen,
wär Boden, um dich still zu tragen.
Ein Halt, damit du dich entfalten kannst,
zu Glanz, der nicht um Erlaubnis tanzt.