Für meine Schwestern Sybille und Heike. Im Prozess danach lernte ich, dass ich loslassen darf und jeder Mensch seinen eigenen Weg finden muss.
Was Liebe
Ein junger Mann stand vor der Wahl,
der Hof, das Land, die sichere Zahl,
oder sie, die Fremde, die Falsche hieß es dort.
Er wählte sie, er ging, ein Wort.
Er ließ den Acker, ließ das Erbe,
ließ die Kälte seiner Sippe sterben.
Ging mit leeren Händen, vollem Herzen,
ging nach vorn durch alle Schmerzen.
Doch nach der Angst und jener Schuld,
verging die Kraft und die Geduld.
Der Druck vom Haus, die Vaterrolle –
als ob die Welt ihn beugen wolle.
Dadurch kam alles ins Wanken,
die Liebe stieß an enge Schranken.
Wir suchten Halt und echtes Sehen,
und lernten früh im Sturm zu gehen.
In uns die Enge, tiefe Scham,
die Atemnot, die mit uns kam.
Viel Kampf mit Wunden, die uns blieben,
manch Fluchtversuch vor dem, was wir lieben.
Doch unter dem, was uns fast brach,
gab die Liebe nicht einmal nach.
Wir kommen aus Liebe, wir drei.
Und jetzt – endlich – sind wir frei.